Twitter-Interview (2) - Chaos_Manu

Mit Chaos_Manu, Geek und Rollenspieler, habe ich schon den einen oder anderen Plausch per DM gehalten. Zeit ihn mal höchst offiziell zu seinem Twitterleben zu befragen:

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Hallo Manu, darf ich dich zu Twitter interviewen?

Ganz im Sinne des Internet-Seelenexhibitionismus freue ich mich immer, wenn ich Umfragen finde und noch mehr, wenn ich sogar welche geschickt bekomme :D *bequemen Sessel such* *Glas Wasser bereit stell* Dann wollen wir mal.

Also los:  Verrätst du uns das Datum deines ersten Tweets?

Ich muss gestehen, ich musste nachsehen. Wenn ich den Angaben trauen darf, dann erblickte mein erster Tweet im Jahr 2008, am 11. April um 11:11 Uhr das Licht der digitalen Welt. Nach anfänglichem Enthusiasmus blieb allerdings mein Weblog eine Weile auch für Kurze Statements im Vordergrund. Seit Oktober jedoch ist Twitter mein ständiger Begleiter, sowohl zuhause, als auch in der Firma und (dank Smartphone) unterwegs.

Weißt du noch wie bzw. von wem du von Twitter erfahren hast?

Ich fürchte, die “von wem” Frage lässt sich im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbar beantworten. In meinem Weblog-Bekanntenkreis fingen einige Leute an zu twittern und da ich in diesen Dingen stets neugierig bin, habe ich mir das Ganze auch einmal angeschaut. Das muss so um den 11. April 2008 herum gewesen sein.

Hey, das ist ja auf den Tag genau ein Jahr nach mir ;-)
Sag mal, was fasziniert dich an Twitter?

Die Kürze, die Vielfalt und die Bequemlichkeit. Ein Weblogeintrag kann ausschweifen, Quellen zitieren, usw. Twitter limitiert eine Aussage auf 140 Zeichen und wenn man jemanden anspricht sogar noch weniger. Ein Statement muss also zwangsläufig auf seine Essenz, ohne Umschweife gekürzt werden. Ausserdem ist es, dank vieler Twitterclients für PC, Mac, Smartphones, PDA u.ä. praktisch an jedem Ort ohne großen Aufwand möglich, einen Tweet zu verfassen, einfacher als einen Blogeintrag. Dies senkt die Hemmschwelle, einen Sachverhalt, ein Geschehnis, oder einen Gedanken der Gemeinschaft mitzuteilen. Dadurch ergibt sich ein natürlich immer noch eingeschränkter, aber doch intensiverer Einblick in das Leben und die Gedanken Menschen, als es über ein Blog möglich ist.

Anfangs twitterten die meisten Leute nur aus Spaß an der Freude, aber der Marketingaspekt rückt ja immer mehr in den Vordergrund. Was hältst du von dieser Entwicklung oder nutzt du sie gar selbst?

Ich möchte hier zwischen zwei Arten von Marketing unterscheiden. Die eine Art, die ich befürworte und die ich für sinnvoll erachte ist der Twitteraccount eines bestimmten Produkts, oder einer Firma, die Neuigkeiten, Informationshäppchen, oder einfach “Behind-the-scenes” Einblicke über Twitter an Interessierte verbreitet.
Dem gegenüber steht eine Welle an Personen, die Twitter nur dazu verwenden, um möglichst vielen Leuten durch Verfolgung, oder neudeutsch “followen”, ihrerseits einen Follow abzugewinnen und diesen Followern dann strunzstupide Tweet für Tweet Werbung und Links zu irgendwelchen Seminaren, Kursen und dafür bezahlenden Firmen um die Ohren zu prügeln. Diese Leute gehen mir unglaublich auf die Nerven und werden von mir ohne Umschweife geblockt.

Twitterst du täglich?

Ich habe eigentlich in jeder wachen Minute einen Twitterclient aktiv. Entweder am heimischen PC, am Arbeitsplatz, oder auf meinem Handy.
Dementsprechend twittere ich sehr oft, ich würde sogar sagen mindestens halbstündlich. Ausser natürlich z.B. im Kino, beim Essen, oder zuhause auf der Couch, wenn ich einen Film auf DVD schaue, oder ein Buch lese.

Wie hat sich dein Blogverhalten seit Twitter verändert?

Wie ich bereits sagte hat Twitter mein Blog insofern verändert, dass ich kurze Gedanken oder Kommentare nun nicht mehr in meinem Weblog veröffentliche, sondern über Twitter. Twitter hat also dafür gesorgt, dass mein Weblog nun weniger oft neue Beiträge enthält, diese aber (meistens) längere Texte enthalten, zu Punkten bei denen mir wichtig ist, dass ich meinen Standpunkt ausführlich und u.U. mit Quellen darlegen kann.

Beeinflusst Twitter dein tägliches Leben IRL?

Eigentlich nicht. Wenn ich mit etwas beschäftigt bin, oder mal ein Wochenende bei guten Freunden verbringe, dann bleibt der Twitterclient auch auf dem Handy inaktiv. Ich wüsste spontan von keiner Gelegenheit, bei der ich in Twitter gelesen und/oder geschrieben habe, obwohl ich eigentlich etwas anderes tun sollte/wollte.

Informierst du dich bei Twitter auch übers Weltgeschehen? Abonnierst du Newstweets, politische Tweets, etc?

Nein, diese Informationen hole ich mir nach wie vor über die entsprechenden Websites der Nachrichtenportale. Ich folge auch (zumindest wissentlich) keinen politischen Aktivisten.

Wie ist deine aktuelle Followerzahl und wievielen Twitterern folgst du selbst?

Aktuell (Stand 12.02. - 14:54 Uhr) habe ich 128 Follower und folge 95 Personen. Ich halte es hier wie bei meinem Weblog, ich folge nur, wenn mir die Person sympatisch ist. Mir zu folgen garantiert keinesfalls, dass ich automatisch zurückfolge.

Was war dein schönstes Twitter-Erlebnis?

Mein bisher schönstes Twittererlebnis war, als Leute anfingen mir zu folgen, denen ich nicht zuerst gefolgt bin. Irgendwie stimmt mich das positiv, dass es anscheinend Menschen gibt, die interessant finden, was ich so zu sagen habe.

Welche Twitter-Clients und “Zubehör” nutzt du?

Ich nutze Tweetdeck auf den PCs (Windows XP/Vista/Windows 7 Beta) und twobile auf meinem Smartphone (Windows Mobile).

Was fehlt dir bei Twitter, was würdest du verändern? Welche Features braucht die Twitterwelt unbedingt noch?

Mir fällt spontan wirklich nichts ein. Ich mag Twitter so, wie es ist. Ebenso die Twitterclients, die ich benutze. Es ist gut so, wie es ist.

Wo siehst du Twitter in 5 Jahren?

Twitter und Weblogs sehe ich als sehr eng verzahntes Gebilde. Solange die Weblogs auf dem Vormarsch sind wird Twitter im Kielwasser mitschwimmen.
Journalistisch wird Twitter m.M.n. niemals in die Gefilde der Weblogs vorstoßen können, aber als Informationsdienst, Marketinginstrument und einfaches Kommunikationsmedium, denke ich, wird Twitter weiterhin steil an Popularität gewinnen.

Hast du andere spannende Entwicklungen im Netz entdeckt, denen du ähnliche Erfolgssaussichten bescheinigen würdest? Wenn ja: Welche?

Nein, aber ich bin auch wählerisch bei der Wahl der Mittel zur Selbstenthüllung. Ich habe weder einen Account bei Xing, noch bin ich bei Facebook, irgendeinem VZ oder Klon davon angemeldet. Ich habe ein Weblog und verwende Twitter als Ergänzung dazu, das genügt mir vollkommen.

Was habe ich nicht gefragt, was du aber gerne sagen würdest *g* ?

Ich hätte mich gefragt: “Hat Twitter deine Gewohnheiten verändert, wieviel deines Privatlebens du offenlegst?”

Ja, hat es. Die Möglichkeit ohne großen Aufwand einfach einen oder zwei Sätze twittern zu können verleitet mich oft dazu, Begebenheiten und Gedanken aus/über mein/em Privatleben zu veröffentlichen, die ich in nicht in mein Weblog geschrieben hätte. Meistens, weil ich es wieder vergessen hätte, bis ich zum Schreiben eines Weblogeintrags gekommen wäre, oft aber, weil ein Satz dafür ausreicht und ich Einzeiler in meinem Weblog so gut es geht vermeiden wollte/will.

Manu, vielen Dank für deine ausführliche Antworten!
Hier könnt ihr Chaos_Manu auf Twitter folgen.
Hier bloggt Chaos_Manu.

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